Schwitzwasser in Wohnräumen – dieses Problem kannte früher kaum jemand. Vor der ersten Ölkrise und der danach folgenden Wärmeschutzverordnung vom 01.11.1977 wurde richtiggehend zum Fenster hinaus geheizt. Alte Fenster setzten dem Luftstrom nur einen geringen Widerstand entgegen. Die schmalen Rahmen verzogen sich mit der Zeit und von umlaufenden Dichtebenen konnte keine Rede sein. Mit dem Einbau moderner Kunststofffenster zog es nicht mehr und es konnte Energie gespart werden.
Doch plötzlich trat ein neues Problem auf: Feuchtigkeit! Diese zeigt sich mit den bekannten Symptomen wie Schwitzwasser an den Fensterscheiben, Schimmelbildung, Bauschäden und Verschlechterung des Wohnklimas.
Heute erfüllt eine moderne Raumlüftung verschiedene Kriterien:
Bei der Spaltlüftung erfolgt der Luftaustausch nur über einen kleinen Spalt beim gekippten Fenster. Dadurch wird nur ein bedingter Luftaustausch erreicht, was zur Folge hat, dass die Fenster über lange Zeiträume geöffnet sind. Durch die stärkere Auskühlung der Fensterlaibung ist die Gefahr von Tauwasserschäden größer, außerdem muß mit erheblichen Energieverlusten gerechnet werden.
Eine wesentlich effektivere Art zu lüften ist die Stoß- oder Querlüftung. Der Fensterflügel wird dabei komplett geöffnet und die Luft wird innerhalb von 4 – 10 Minuten ausgetauscht. Bei der Stoßlüftung bleiben die Energieverluste gering.
Bei der Querlüftung geht der Luftaustausch noch schneller vonstatten. Schon innerhalb von zwei bis vier Minuten wird die Raumluft komplett ausgetauscht. Dazu müssen alle Fenster und Türen geöffnet werden, so dass ein Durchzug entsteht. Energieverluste und Auskühlung der Laibung sind hier minimal. Quelle: GEALAN-Praxishandbuch Nr.1, Raumlüftung